Ärztin tastet Lymphknoten ab

Schilddrüsenüberfunktion: Zu viel des Guten

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) entsteht, wenn die Schilddrüse ein Übermaß an den Hormonen Thyroxin und Trijodthyronin prodziert. Lesen Sie mehr über Symptome, Diagnose und Therapie.

Ursachen

Die häufigsten Ursachen für eine Überfunktion der Schilddrüse sind die Basedowsche Erkrankung (Morbus Basedow) oder eine Schilddrüsenautonomie. Bei Morbus Basedow bildet das Immunsystem Antikörper gegen die Schilddrüse. Diese wiederum beeinflussen die Produktion des Schilddrüsenhormons Thyroxin (TSH). Es kommt zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Bei einer Schilddrüsenautonomie bildet die Schilddrüse eigenständig, d. h. nicht mehr durch die Hypophyse gesteuert, Hormone. Diese Autonomie wird oft von einem jahrelangen Jodmangel gefördert.

Symptome

Schneller Herzschlag, Schweißausbrüche, Durchfall, Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit und Haarausfall sind typische Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion. Auch ist den Betroffenen im Vergleich zu Menschen in ihrer Umgebung häufig zu warm. Denn: Eine überaktive Schilddrüse wirkt auf den Organismus wie ein Tritt auf das Gaspedal. Das Organ bildet zu große Hormonmengen. Der erhöhte Hormonspiegel treibt den Stoffwechsel übermäßig an.

Diagnose

Hundertprozentige Sicherheit über die Funktion Ihrer Schilddrüse gibt nur ein Bluttest. Dabei wird festgestellt, ob die Werte der Schilddrüsen- und Steuerhormone in Ordnung sind und Antikörper werden angezeigt. Je nach Untersuchungsergebnis können dann bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Szintigramm sowie Gewebeproben weitere Informationen liefern.

Behandlung

Helfen können die Mediziner häufig mit Medikamenten. Die sogenannten Schilddrüsenblocker drosseln eine übermäßige Hormonproduktion. In manchen Fällen wird eine kranke Schilddrüse auch operiert. Das ist zum Beispiel erforderlich, wenn ein größerer Kropf Luft- oder Speiseröhre zu sehr einengt oder die Gefahr besteht, dass ein Gewebeknoten in der Schilddrüse entartet.

Mitunter können Ärzte eine Alternative zum OP-Tisch nutzen: Die Radiojodtherapie, bei der der Patient eine Kapsel mit einer individuell für ihn berechneten Menge radioaktiven Jods einnimmt. Vor allem für ältere oder herzkranke Menschen bietet die Radiojodbehandlung den Vorteil, die Risiken eines chirurgischen Eingriffs zu umgehen.

Schilddrüsenunterfunktion – zu wenige Hormone

Letzte Änderung: 07.06.2017



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