Kinderarzt tastet einem Jungen den Hals bzw. die Lymphknoten am Hals ab

U-Untersuchungen – Vorsorge für Baby und Kind

Auch Babys und Kinder sollten regelmäßig zur Vorsorge! Die sogenannten U-Untersuchungen helfen, ihre Gesundheit sowie ihre geistige und motorische Entwicklung über Jahre hinweg zu beobachten. Lesen Sie, was bei den einzelnen Vorsorgeuntersuchungen passiert.

Unmittelbar nach der Geburt steht die erste Untersuchung an. Die Ärzte schauen, ob das Kind die Geburt gut überstanden hat. Sie horchen Herz und Lunge ab, prüfen die Muskelspannung und Hautdurchblutung sowie die angeborenen Reflexe. Außerdem wiegt die Hebamme das Kind und misst Körperlänge sowie Kopfumfang.

Die U2 ist eine gründliche Neugeborenen-Basisuntersuchung, bei der der Kinderarzt die Organe (Abhören von Herz, Lunge, Darm), das Nervensystem und die Haut untersucht sowie die Reflexe prüft. Das Blut wird auf Stoffwechselerkrankungen und Hormonstörungen getestet. Mit der im September 2016 beschlossenen Erweiterung der Vorsorgeuntersuchungen kann das Blut darüber hinaus auf Mukoviszidose überprüft werden.

Die U3 ist in der Regel die erste Untersuchung bei einem Kinderarzt außerhalb der Geburtsklinik. Ohren, Augen, die Reflexe und Körperfunktionen werden untersucht. Mithilfe von Ultraschall wird außerdem überprüft, ob die Hüfte des Babys in Ordnung ist. Bei den Eltern erkundigt sich der Arzt nach Auffälligkeiten beim Essen, Trinken, Schlafen und bei der Verdauung des Säuglings.

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Bei der U4 untersucht der Arzt Organe, Sinnesorgane, Geschlechtsorgane und Haut des Babys. Außerdem überprüft er das Wachstum, die Motorik und die Funktionen des Nervensystems. Er klärt die Eltern über Schutzimpfungen auf.

Jetzt geht es neben der Untersuchung der Körperfunktionen vor allem um die Beweglichkeit und die Körperbeherrschung des Babys. Spielerisch testet der Arzt, ob das Kind sich in der Bauchlage auf die Arme stützen kann, ob es sich hochzieht, wenn man es an den Fingern festhält, und ob es gezielt nach Gegenständen greifen kann. Erneut berät er die Eltern zu wichtigen Impfungen sowie zum Thema UV-Schutz.

Hat sich das Kind altersentsprechend entwickelt? Kann es mit gestreckten Beinen aufrecht sitzen? Kann es sich in den Stand hochziehen oder vielleicht schon allein stehen? Neben grobmotorischen prüft der Arzt aber auch feinmotorische Fähigkeiten, zum Beispiel ob das Kind auf verschiedene Weise greifen kann. Außerdem überprüft er die Sinnesorgane und die beginnende sprachliche Entwicklung. Weitere Impfungen wie Auffrisch-Impfungen sollten nun vorgenommen werden.

Um den zweiten Geburtstag herum werden erneut die körperlichen Funktionen und die sprachliche Entwicklung sowie das Sozialverhalten des Kindes geprüft. Der Arzt schaut auch in den Mund des Kindes, begutachtet, soweit vorhanden, die Milchzähne und berät abermals zum Thema Impfungen.

Bei der Untersuchung 7a steht die sprachliche Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt. Aber auch Verhaltensstörungen, allergische Reaktionen, Übergewicht und Auffälligkeiten bzw. Anomalien im Bereich von Mund, Zähnen, Kiefer werden geprüft. Der Arzt testet das Sehvermögen. Die Eltern informiert er über zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen und weitere Impfungen.

Die Entwicklung von Sprache, Aussprache und Verhalten steht im Mittelpunkt der Vorsorgeuntersuchung kurz vor dem vierten Geburtstag. Der Arzt erkundigt sich bei den Eltern nach dem Sozialverhalten des Kindes. Stellt er Entwicklungsauffälligkeiten fest, weist er die Eltern auf Fördermöglichkeiten hin. Auch mögliche zahnärztliche Untersuchungen und Impfungen werden erneut besprochen.

Bald wird aus dem Kindergartenkind ein Schulkind – bei der U9 geht es daher um die Schultauglichkeit des Kindes. Bei der Untersuchung wird der Schwerpunkt auf die Sprache sowie die geistige Entwicklung und Feinmotorik gelegt. Der Arzt schätzt die Schulreife des Kindes ein und zeigt gegebenenfalls Fördermaßnahmen auf.

Das Kind ist nun in der Schule und einige Schwierigkeiten zeigen sich vielleicht erst jetzt. Die U10 dient darum vor allem dazu, Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen zu erkennen. Diese können das Verhalten (zum Beispiel ADHS), die Motorik oder das Verständnis für bestimmte Dinge betreffen (zum Beispiel Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche). Aber auch eine körperliche Untersuchung findet statt. Die U10 ist eine Mehrleistung, die von der AOK Rheinland/Hamburg übernommen wird.

Die U11 ist ebenso wie die U10 eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung zwischen der Untersuchung im Vorschulalter und der ersten Jugenduntersuchung (J1). Im Mittelpunkt steht das Erkennen von Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Zahn, Mund- und Kieferanomalien sowie von Schulleistungsstörungen oder gesundheitsschädigendem Medienverhalten. Der Arzt weist auf Bewegungs- und Sportförderung hin. Auch bei der U11 handelt es sich um eine Mehrleistung, die von der AOK Rheinland/Hamburg übernommen wird.

Am 1. September 2016 trat die neu gefasste Kinder-Richtlinie in Kraft. Danach werden die bisher angebotenen Vorsorgeuntersuchungen erweitert. An ihrer Anzahl ändert sich nichts, dafür können Neugeborene nun zusätzlich auf Mukoviszidose untersucht werden. Aber auch auf die Gesundheit der Augen sowie auf die altersgerechte Entwicklung wird in allen weiteren Untersuchungen verstärkt geachtet. Die Ergebnisse hält der Kinderarzt dann in einem neuen „Gelben Heft“ fest. Bis diese Änderungen tatsächlich überall greifen, kann es aber noch einige Zeit dauern.

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder: Erlebnisraum „U-Boot“ Düsseldorf

Im Erlebnisraum „U-Boot“ macht die AOK Rheinland/Hamburg die Vorsorgeuntersuchungen U8 und U9 spielerisch erlebbar - ein Angebot für drei- bis achtjährige Kinder. Auch Eltern und Erzieher erhalten Anregungen, wie das Thema Gesundheit mit Spaß erlernt werden kann.

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Letzte Änderung: 19.12.2016



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