Paar sitzt am Tisch, Beratung, Gespräch

AOK-Familienbegleiter: Hilfe in schweren Zeiten

Ein krankes Kind stellt die ganze Familie vor eine große Herausforderung. Seit Anfang des Jahres gibt es bei der AOK Rheinland/Hamburg Familienbegleiter, die Betroffene unterstützen. Angelika Bernhardt ist eine von ihnen.

Frau Bernhardt, in welchen Fällen können sich Eltern an Sie wenden?
Es gibt eine Reihe von Krankheitsbildern, bei denen wir die Eltern über unser Angebot informieren. Grundsätzlich sind wir aber flexibel. Es geht darum, Familien in schwierigen Situationen zu unterstützen. Ist zum Beispiel ein Kind von einer vermeintlich harmlosen Krankheit besonders stark betroffen, bekomme ich von der Kundenbetreuerin einen Hinweis und spreche auch diese Familie an.

Was genau tun Sie für die Eltern?
Meine Aufgabe ist es, die betroffenen Familien sicher durch den Medizinbetrieb zu lotsen. Ich bin die zentrale Ansprechpartnerin, die bei allen Angelegenheiten hilft, die im weiteren Sinne mit Fragen der Kranken- und der Pflegeversicherung zu tun haben. Ich informiere also über Versorgungsmöglichkeiten, Entlastungsangebote und sozialrechtliche Ansprüche. Bei Bedarf vermittle ich auch Kontakt zu Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen. Ich nehme mir Zeit, um mit der Familie ihre Bedürfnisse zu besprechen und alles genau zu erklären.

Würden Sie uns ein Beispiel nennen?
Bei einer Geburt ist es beispielsweise zu einer Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff gekommen, was zu einer geistigen Behinderung geführt hat. Ich biete dann der Familie einen Besuch an und bespreche alles mit den Eltern – etwa welche Hilfsmittel sie brauchen, zum Beispiel ein Sauerstoffgerät oder ein spezielles Bett. Ich kläre, ob eine Pflegestufe möglich ist und welche Betreuungsmöglichkeiten es gibt.

Kümmern Sie sich auch um die Anträge?
Ja, ich koordiniere die notwendigen Schritte. Ich rufe zum Beispiel meine Kollegen bei der AOK an und frage, welche Informationen sie brauchen, damit der Antrag schnell bearbeitet werden kann. Natürlich helfe ich den Eltern gegebenenfalls auch beim Ausfüllen der Anträge. Ich kümmere mich also darum, dass alles möglichst schnell und problemlos klappt. Für die Eltern ist die Situation ja ohnehin schwer genug.

Wie lange sind Sie für die betroffenen Familien da?
So lange sie mich brauchen. Die Betreuung ist in der Anfangsphase natürlich am intensivsten, aber die Eltern können sich auch später jederzeit an mich wenden. Ich kenne ja den Fall, sodass sie ihre Probleme nicht immer wieder neu schildern müssen.

Helfen Sie auch in praktischen Dingen, wenn die Eltern zum Beispiel unsicher sind, ob sie das Beatmungsgerät richtig bedienen?
Nein, das ist nicht meine Aufgabe. Ich bin zwar ausgebildete Krankenschwester, aber das wäre auch rechtlich nicht möglich. In so einem Fall würde ich den Krankenpflegedienst ansprechen, dass er das Gerät erklärt und die Eltern entsprechend anleitet.

Haben Sie schon Situationen erlebt, in denen Sie einer Familie nicht weiterhelfen konnten?
Bislang nicht. In bestimmten Fällen unterstützen mich meine Kollegen von LICHTBLICK, zum Beispiel wenn es um Sterbebegleitung geht. Dort arbeiten Experten, die dafür speziell ausgebildet wurden.

Die Familien, die Sie betreuen, tragen alle ein schweres Schicksal. Können Sie das nach Feierabend hinter sich lassen?
Ich übe meinen Beruf mit viel Leidenschaft aus und denke mir immer: Ich kann den Familien etwas abnehmen. Das ist ein gutes Gefühl.

Letzte Änderung: 24.03.2015



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