Schon im Osmanischen Reich war es üblich, sich im Badehaus zu erholen. Hier befreite man sich vom Staub quirliger Basare, tauschte Klatsch aus und verhandelte Geschäfte. Aber wie läuft ein Besuch im Hamam ab?
Traditionell ist der Hamam nach Geschlechtern getrennt. Zu Beginn zieht der Badbesucher seine Kleidung aus und legt ein Pestemal an. Das ist ein dünnes Handtuch aus Baumwolle, traditionell ist es kariert. Männer wickeln es um die Hüften, Frauen bedecken damit ihren Rumpf. In einem Hamam ist man grundsätzlich bedeckt, die Intimsphäre bleibt gewahrt. Oftmals tragen die Gäste zusätzlich Badehosen oder Bikinislips unter ihren Pestemals.
Der Hauptraum des Bades ist ein auf 40 bis 50 Grad geheiztes Dampfzimmer (Hararet genannt). Durch die Wärme werden die Muskeln locker, die Poren öffnen sich und der Stoffwechsel kommt in Schwung. An den Wänden befinden sich Wasserbecken. An einem dieser Becken nimmt der Gast Platz und schöpft mit einer Kupferschale, der Tas, warmes Wasser. Damit übergießt er mehrmals seinen Körper.
Als nächstes geht es auf den großen, beheizten Marmorstein in der Mitte des Raumes. Hier legt man sich für 10 bis 15 Minuten hin und entspannt. Das Licht ist gedämpft, die Luft ist voller Nebelschwaden und aromatischer Düfte und oft hört man leise orientalische Klänge. Das nasse Pestemal am Körper sorgt dafür, dass der Körper weder überhitzt noch auskühlt. Dadurch wird er optimal auf den nächsten Schritt vorbereitet.
Ein Tellak ist ein Hamam-Meister. Er seift den Badegast auf dem Marmorstein nun kräftig ein. Anschließend erfolgt ein Ganzkörper-Peeling mit einem speziellen Handschuh. Das fördert die Durchblutung des Bindegewebes, regt den Stoffwechsel an und sorgt für eine reine, weiche Haut. Nachdem man ein weiteres mal eingeseift wird, erfolgt eine Ganzkörpermassage. Der Tellak knetet und dehnt den entspannten Körper und spült den Seifenschaum mit Wassergüssen ab.
Zum Abschluss lässt man den Badbesuch mit marokkanischem Minztee ausklingen. Dafür gibt es einen kühleren Ruheraum, den Sogukluk. Manchmal werden hier neben Tee auch frisches Obst, Süßigkeiten, arabischer Kaffee oder das türkische Joghurtgetränk Ayran angeboten. Die Speisen und Getränke sollen den Körper beleben und den Geist wieder langsam zurück in den Alltag bringen.
Kurse in Ihrer Nähe
Entspannen Sie mit der AOK.
Schwedisch – Thai – Hot Stone – ayurvedisch – Hamam. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Massage-Techniken vor und erklären auch, in welchen Fällen Massagen eher kontraproduktiv als hilfreich sind.
Ihnen hat das Video gefallen? Weitere Videos finden Sie im Youtube-Kanal „AOK - Der Gesundheitskanal“.
Letzte Änderung: 18.01.2017
Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins
Für die Nutzung von Social-Media Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-Plug-ins zur Verfügung. Diese werden in einem Zwei-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden.
Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogene Daten oder Informationen über deren Nutzung mittels der Social-Media-Plug-ins.
Über diese Plug-ins können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-Plug-ins weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-Plug-ins anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.