Juckende Augen, eine laufende Nase, ständiges Niesen – Heuschnupfen kann den Alltag erheblich einschränken. Doch bedeutet das, auf Sport im Freien verzichten zu müssen? Nicht unbedingt! Hier finden Sie die wichtigsten Tipps und Strategien.
Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, ServiceCenter AOK-Clarimedis
Foto: Fotografie Schulzki
Pollen, die für Heuschnupfen verantwortlich sind, sind fast das ganze Jahr über unterwegs. Während Frühblüher wie Hasel und Erle oft schon im Januar oder Februar für Beschwerden sorgen und, erreichen Birke und Esche ihren Höhepunkt im April. Gräserpollen dominieren die Sommermonate, bevor im Spätsommer und Herbst Kräuter wie Beifuß und Ambrosia blühen. Besonders belastend sind trockene, windige Tage, an denen die Pollen weit verbreitet werden. An Regentagen ist die Belastung meist weniger groß, da die Pollen „aus der Luft gewaschen“ werden. Allerdings sind Zeitpunkte unmittelbar nach starken Regengüssen und insbesondere kurz nach Gewittern ungünstig, da diese für eine höhere Pollenkonzentration sorgen und Symptome verstärken können. In solchen Fällen wird zu zeitlichem Abstand geraten.
Und auch die Tageszeit kann entscheidend sein: Auf dem Land ist der Pollenflug morgens am höchsten und abends am geringsten. In der Stadt sind dagegen die meisten Pollen am Abend unterwegs. Unser Tipp: Studieren Sie regelmäßig den Pollenflugkalender und die aktuelle Pollenflugvorhersage, zum Beispiel über
Das hängt von der Schwere Ihrer Beschwerden ab. Wenn Sie nicht unter heftigen Symptomen leiden, können Sie durchaus im Freien Sport treiben.
Solange Sie keine starken Beschwerden wie Atemnot haben, können Sie wie üblich trainieren. Planen Sie vor dem Training jedoch ein etwas längeres Aufwärmprogramm als üblich ein, als Richtwert mindestens 15 Minuten. Sie sollten langsam beginnen und sich behutsam steigern: So bereiten Sie Ihre Bronchien auf die Belastung vor und vermeiden eine Verengung der Atemwege. Gehen Sie darüber hinaus nicht an Ihre Belastungsgrenze und horchen Sie immer wieder in Ihren Körper hinein. Für manche Betroffenen eignen sich vor allem auch Sportarten mitzwischenzeitlichen Ruhephasen, wie es bei manchen Ballsportarten der Fall ist. Bei geringer Pollenbelastung können gegebenenfalls auch Sportarten auf offenem Wasser von Vorteil sein.
Ganz wichtig vor allem beim Outdoor-Training: Ziehen Sie sich direkt nach dem Sport um und duschen Sie – um Pollen von Haut und Kleidung zu entfernen.
AOK-Kurse vor Ort
Kommen Sie in Bewegung!
Wenn Sie trotz Ihrer Allergie Sport treiben wollen, ist es wichtig, dass Sie die vom Arzt verordneten Medikamente regelmäßig und vorbeugend einnehmen.
Schon gewusst? Für Leistungssportler mit Heuschnupfen gilt es die Dopingrichtlinien der World Anti-Doping Agency zu beachten. Für Athleten mit Asthma besteht die Möglichkeit, bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur in Deutschland für bestimmte Medikamente eine Ausnahmeregelung zu beantragen.
Sobald Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen schlechter geht, sollten Sie nicht weitertrainieren und Rücksprache mit Ihrer Arztpraxis halten. Bei diesen Symptomen sollten Sie direkt das Training stoppen:
Bei Atemwegserkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma können Sie sich einer langwierigen, aber effektiven Therapie unterziehen: der allergen-spezifischen Immuntherapie (AIT), der sogenannten Hyposensibilisierung. Dabei wird der Körper mit einer steigenden Dosis der entsprechenden Allergene konfrontiert. Damit soll erreicht werden, dass das Immunsystem das Allergen toleriert und der Körper keine allergische Reaktion mehr darauf zeigt. Fragen Sie am besten in Ihrer Hausarztpraxis und/oder Facharztpraxis/beim Allergologen nach diesen Möglichkeiten. Hierbei gibt es zwei verschiedene Verfahren: die subkutane Immuntherapie (SCIT), bei der Spritzen unter die Haut am Oberarm verabreicht werden, und die sublinguale Immuntherapie, bei der Tropfen oder Schmelztabletten unter die Zunge gelegt werden.
Nach der Injektion im Rahmen einer subkutanen Immuntherapie (SCIT) sollten Sie starke körperliche Anstrengung/Sport kurz vor und am gleichen Tag nach der Injektion vermeiden.
Mit der richtigen Planung und Rücksicht auf den eigenen Körper können Sie auch während der Allergiesaison Sport treiben. Achten Sie auf Ihre individuellen Grenzen, informieren Sie sich über den aktuellen Pollenflug und passen Sie Ihr Training entsprechend an. So bleiben Sie auch mit Heuschnupfen aktiv und gesund.
Letzte Änderung: 03.04.2025
Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins
Für die Nutzung von Social-Media Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-Plug-ins zur Verfügung. Diese werden in einem Zwei-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden.
Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogene Daten oder Informationen über deren Nutzung mittels der Social-Media-Plug-ins.
Über diese Plug-ins können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-Plug-ins weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-Plug-ins anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.