Kindergruppe in der Sporthalle

Kindergesundheit – das müssen Sie wissen

Allen Eltern liegt die Gesundheit ihrer Kinder am Herzen. Viele sind jedoch hin und wieder verunsichert und wissen nicht genau, was für den Nachwuchs das Beste ist und worauf sie bei der Erziehung und Ernährung besonderen Wert legen sollten.

Die Frage:

„Deutschlands Kinder werden immer dicker.“ Stimmen die regelmäßigen Schreckensmeldungen aus den Medien? Oder ist der Wirbel um die Kilos unserer Kinder nur falscher Alarm?

Die Antwort:

Die Behauptung, Deutschlands Kinder würden immer dicker, ist leider richtig. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bringen etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 17 Jahren zu viele Kilos auf die Waage. Davon besteht bei etwa 6,1 Prozent eine Adipositas (Fettleibigkeit).

Die Ursachen sind zu fettes und kalorienreiches Essen in Verbindung mit zu wenig Bewegung. Viele Kinder starten so mit einer schweren Hypothek ins Erwachsenenalter. Denn für dicke Kinder besteht ein erhöhtes Risiko, auch später übergewichtig zu bleiben. Und damit steigt auch das langfristige Gesundheitsrisiko. Denn viele Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkprobleme oder Herzkrankheiten werden durch Übergewicht begünstigt.

Doch bei nicht wenigen übergewichtigen Kindern beginnen die Gesundheitsprobleme schon heute. Dazu zählen ein erhöhter Blutdruck, ein gestörter Fettstoffwechsel, Rücken- und Bandscheibenprobleme und sogar der als „typische Alterskrankheit“ bezeichnete Diabetes mellitus Typ 2. Ganz zu schweigen von den psychischen Belastungen, unter denen übergewichtige Kinder oft leiden.

Frage:

Dürfen Kinder auf den Verzehr von Fleisch verzichten? Schließlich stecken sie doch noch im Wachstum und brauchen Fleisch – oder?

Die Antwort:

Auch bei Kindern spricht nichts gegen eine vegetarische Ernährung, solange die Heranwachsenden vollwertig versorgt sind. Wichtig ist, dass Milchprodukte und Eier, also tierische Eiweiße, nicht fehlen. Ansonsten gilt, was eine gesunde Ernährung generell ausmacht: Der Speiseplan sollte vielseitig sein und viele nährstoffreiche Lebensmittel enthalten.

Gemüse, Obst, Vollkornprodukte gehören definitiv dazu. Sie sollten bei Kindern den Hauptbestandteil einer vegetarischen Kost einnehmen. Doch was ist mit den wichtigen Nährstoffen, die im Fleisch stecken – Eiweiß, Eisen, Zink und B-Vitamine? Natürlich stecken diese nicht nur in Fleisch, sondern auch in anderen Lebensmitteln.

Wer genügend Milchprodukte und Eier sowie Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide isst, bekommt ausreichend Eiweiß. Und auch das wichtige Vitamin B12 ist in Milchprodukten enthalten. Der Mineralstoff Eisen steckt in Getreide, aber auch in einigen Gemüsesorten (z.B. Fenchel, Bohnen oder Erbsen). Tipp: Am besten kann der Körper das Eisen in Kombination mit Vitamin C verwerten – und das steckt wiederum in frischem Obst, in Paprika oder in Tomaten.

Anders sieht es mit der veganen Ernährung aus. Veganer ernähren sich rein pflanzlich und verzichten auf alle tierischen Produkte wie zum Beispiel Milch oder Eier. Mit einer veganen Ernährung erhalten Kinder nicht die nötigen Nährstoffe, die sie brauchen. Sie ist deshalb für Kinder als ungeeignet und kann ihrer Entwicklung schaden.

Die Frage:

Ist es wirklich so einfach? Oder hat eigentlich nicht jedes Kind Spaß an ein Bewegung und Aktivität?

Die Antwort:

Kinder brauchen Bewegung. Doch die meisten haben zu wenig davon. Laut einer Forsa-Studie treiben acht von zehn Kindern zu wenig Sport, jedes fünfte Kind bewegt sich so gut wie gar nicht. Dass nicht jedes Kind sich fürs Fußballspielen oder für Leichtathletik begeistert, mag stimmen. Einen natürlichen Bewegungsdrang hat aber jedes Kind.

Es muss nicht immer Sport im klassischen Sinn sein. Draußen herumtoben, Rad fahren oder mit Freunden Ball spielen ist auch Bewegung. Und das macht eigentlich allen Kindern Spaß. Eine Stunde am Tag sollte jedes Kind am Tag aktiv sein und sich bewegen.

Das ist wichtig, weil der Grundstein für die Lust an der Bewegung und am Sport schon in der Kindheit gelegt wird. Wer als Kind körperliche Bewegung positiv erlebt, macht auch als Erwachsener lieber Sport. Wer hingegen schon früh zum Sportmuffel mutiert, überwindet den Schweinehund später nur schwer.

Auch hier haben Eltern eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn sie in ihrer Freizeit nur faul auf der Couch rumlümmeln, motiviert das die Kinder verständlicherweise kaum, sich zu bewegen. Wenn Eltern hingegen mit gutem Beispiel vorangehen, entwickeln auch die Kinder meist automatisch Spaß an Sport. Bauen Sie Bewegung und Aktivität in die Familienfreizeit ein – zum Beispiel mit einem Besuch im Freibad, einer gemeinsamen Wanderung oder einem kleinen Federballturnier!

Wenn ein Kind kein Interesse am Sport zeigt, hat es außerdem vielleicht einfach noch nicht die richtige Sportart für sich gefunden. Nicht jeder Junge mag Fußball und nicht jedes Mädchen mag Gymnastik und Turnen. Geben Sie Ihrem Kind Gelegenheit, in verschiedene Sportarten hineinzuschnuppern. Finden Sie heraus, welche Stärken es hat und welcher Sport ihm Spaß machen könnte – mit unserem Sporttypen-Test ist das ganz einfach!

Frage:

„Wenn du schön aufräumst, gibt es hinterher auch ein Stück Schokolade" - ist das der richtige Weg?

Antwort:

Natürlich dürfen Kinder schon mal eine Belohnung erhalten, wenn sie etwas gut gemacht oder sich viel Mühe gegeben haben. Lebensmittel sind jedoch keine Erziehungsmittel. Deshalb sollten Kinder nicht mit Eiscreme, Gummibärchen und Schokolade motiviert, getröstet oder beschäftigt werden.

In der Regel geht es Kindern nämlich nicht um eine Nahrungsaufnahme. Sie suchen Aufmerksamkeit, Unterhaltung, Lob oder Zuwendung. Wenn Eltern in diesen Situationen vorschnell in den Kühlschrank greifen, gehen sie auf die wahren Bedürfnisse ihrer Kinder nicht ein.

Zugegeben: Gerade bei kleinen Kindern ist es oft gar nicht so einfach, zu erkennen, was das Kind wirklich möchte. Mit ein bisschen Geduld können Eltern es jedoch herausfinden.

Wer Süßes regelmäßig als Belohnung oder Trostpflaster einsetzt, tut seinen Kindern keinen Gefallen. Er riskiert, dass die Heranwachsenden einen falschen Umgang mit Essen entwickeln. Und er verhindert auch, dass seine Kinder einen anderen Weg finden, mit schwierigen Situationen oder Herausforderungen umzugehen. Wer früh gelernt hat, als Belohnung zu essen, setzt dieses Verhalten als Erwachsener oft fort.

Belohnung ist wichtig. Doch Süßigkeiten brauchen Eltern dafür nicht, denn es gibt bessere Alternativen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausflug ins Schwimmbad, einer gemeinsamen Bastelstunde oder einer Runde des Lieblings-Kartenspiels? Überlegen Sie am besten, womit Sie Ihrem Kind eine Freude machen können. Und über ein dickes Lob und eine Umarmung freuen sich Kinder natürlich auch.

Frage:

„Kinderlebensmittel“ versprechen, besonders viele Vitaminen und Nährstoffen zu enthalten, die für Kinder wichtig sind. Was ist dran?

Antwort:

Zu den speziellen Lebensmitteln für Kinder zählen neben Süßigkeiten vor allem Milchprodukte, Getränke und Getreideprodukte wie zum Beispiel Frühstücksflocken. Viele Kinder mögen die für sie gemachten und scheinbar besonders geeigneten Lebensmittel. Denn diese sind bunt und sie kennen sie aus der Werbung. Oft sind sie zudem besonders süß und treffen damit die Geschmacksvorlieben vieler Kinder. Kein Wunder – denn die meisten Kinderlebensmittel enthalten eine Menge Zucker.

Vor allem die Frühstückssnacks sind oft wahre Zuckerbomben und eignen sich nicht für ein gesundes Kinderfrühstück. Auch der Fettgehalt der Kinderlebensmittel ist meist recht hoch. Die meisten Produkte enthalten so viele Kalorien, dass sie eher als Süßigkeiten betrachtet werden müssen.

Doch was ist mit den angeblich besonders wertvollen Mineral- und Nährstoffe, mit denen die Kinderlebensmittel angereichert sind? Auch hier ist die Produktwerbung meist irreführend. Die Kinderprodukte sind meist nicht gesünder als die normalen Lebensmittel für die ganze Familie. Auf jeden Fall steht ihr hoher Zucker- und Fettanteil in keinem Verhältnis zu den versprochenen Nährstoffen. Die Stiftung Warentest hat bereits 2004 40 Kinderlebensmittel getestet. Das Ergebnis: Bis auf zwei Ausnahmen waren die Produkte nicht oder nur uneingeschränkt für Kinder geeignet.

Eltern können also getrost auf Kinderlebensmittel verzichten und auf eine normale, ausgewogene Ernährung setzen. Ganz verbieten müssen sie ihrem Nachwuchs die Kindersnacks deswegen nicht, solange sie ansonsten auf eine gesunde Kost achten. Tipp: Mischen Sie die Kinderprodukte doch einfach mit „normalen“ Lebensmitteln. Einen überzuckerten Kinderjoghurt können Sie beispielsweise mit normalem Joghurt strecken. So enthält die Portion insgesamt weniger Zucker – und schmeckt den Kindern genauso gut.

Die Frage:

Viele Eltern haben den Eindruck, dass immer mehr Heranwachsende betroffen sind. Stimmt das?

Die Antwort:

Experten schätzen, dass etwa 15 bis 20 Prozent der Kinder in Deutschland eine Allergie haben. Weitere 5 bis 11 Prozent sollen an allergischem Asthma leiden. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen. Und während Säuglinge eher an Nahrungsmittel-Allergien oder Neurodermitis leiden, werden Kinder häufiger von Asthma oder Pollenallergien gequält.

Tatsächlich ist die Zahl der Kinder, die unter Allergien leiden, in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Geklärt sind die Ursachen dafür allerdings noch nicht. Einige Wissenschaftler vertreten die sogenannte „Schmuddelkindtheorie“.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder, die in Großfamilien aufwachsen, aber auch Kinder, die früh in die Krippe kommen, seltener Allergien entwickeln. Denn sie stecken sich früher und häufiger bei anderen Kindern mit Infektionskrankheiten an – und das bringt das Immunsystem auf Trab.

Auch das zu häufige und akribische „Wegputzen“ von allen möglichen Bakterien und Keimen machen einige Fachleute für die steigende Zahl von Allergiker-Kindern verantwortlich. Andere wiederum sehen im modernen Wohnstil einen Auslöser von Allergien: Durch doppelt verglaste Fenster und Energiesparmaßnahmen seien unsere Wohnungen schlechter belüftet als früher und in Teppich und Polstermöbel fühlten sich Hausstaubmilben sehr wohl.

Bei den Risikofaktoren für eine Allergie bei Kindern sind sich die Experten hingegen einig: Die erbliche Vorbelastung spielt eine wichtige Rolle. Haben Vater oder Mutter Allergien, steigt auch das Risiko der Kinder, früher oder später an einer Allergie zu leiden. Ausschlaggebend ist auch, welcher Menge an potenziellen Reizstoffen (z.B. Hausstaubmilben, Tierhaaren) die Kinder von Geburt an ausgesetzt sind. Sie sind sogenannte Sensibilisierungsquellen, die zu einer Allergie führen können. Ein weiterer Faktor ist das Rauchen. Passivrauchen erhöht das Risiko des Kindes, an allergischem Asthma zu erkranken.

Frage:

Bei Gemüse sind sich viele Kinder einig: „Bäh, das mag ich nicht!“ – Woran liegt das? Und was können Eltern tun?

Antwort:

Dass Kinder nur deshalb kein Gemüse mögen, weil ihre Geschmacksnerven noch nicht entwickelt sind, stimmt so nicht. Richtig ist, dass sich das gesamte Geschmacksrepertoire – salzig, süß, sauer, bitter – erst etwa im sechsten bis siebten Lebensjahr voll entfaltet.

Kinder können vorher zwar auch zwischen den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bereits unterscheiden, sie mögen jedoch nicht alle. Bitteres können Kinder zum Beispiel nicht ausstehen.

Babys und Kleinkinder mögen tatsächlich Süßes am liebsten, denn der Geschmack erinnert sie an die süße Muttermilch. Unterentwickelt sind die Geschmacksnerven von Kindern aber nicht. Bereits ab etwa einem Jahr sind Kinder für gewöhnlich soweit, dass sie neugierig und bereit sind, alles, was ihre Eltern essen, selbst zu kosten. Die gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie sind also wichtig, da Eltern für ihre Kinder auch in punkto Essen ein Vorbild sind.

Erleichtern können sich Eltern den "Kampf ums Gemüse" zudem, wenn Sie einige Tipps beachten:

  • Kinder müssen nicht alle Gemüsesorten mögen. Setzen Sie Ihrem Kind nicht partout immer wieder das Gemüse vor, das es nicht gerne isst. Kochen Sie ihm vor allem die Sorten, die ihm schmecken.
  • Süßes Gemüsesorten wie zum Beispiel Karotten, Mais oder Paprika kommen bei Kindern meist am besten an.
  • Viele Kinder sind Rohkost-Fans: Sie mögen rohes Gemüse lieber als Gekochtes. Probieren Sie es doch mal mit einem kleinen Teller Gemüsestiften, den Sie Ihren Kindern als „Vorspeise“ vor dem eigentlichen Hauptgericht servieren.
  • Obst schmeckt manchen Kindern besser als Gemüse. Greifen Sie verstärkt auf Obst zurück, um Ihre Kinder mit den wichtigen Vitaminen zu versorgen.
  • Kindgerechte Portionen machen dem Nachwuchs mehr Appetit auf Gemüse und Obst.
  • Auch frischgepresste Obst – und Gemüsesäfte sind eine Alternative.

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Letzte Änderung: 31.10.2016



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