
Das Schlimmste, was bei einer bakteriellen Infektion passieren kann: Das Antibiotikum schlägt nicht an. Das passiert, wenn der Wirkmechanismus des Antibiotikums nicht mehr gegen die Bakterien funktioniert. Wie solche Resistenzen entstehen und wie man sie verhindert, erklärt Clarimedis-Experte Dr. Maik Irmisch, Facharzt für Innere Medizin.

Der Experte zum Thema
Dr. Maik Irmisch
Facharzt für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis
Wie entsteht eine Antibiotikaresistenz?

Redaktion
Bakterien haben immer wieder Kontakt mit Antibiotika. Mit der Zeit lernen sie dadurch, die Wirksamkeit des Antibiotikums zu verhindern. Das Bakterium verändert seine Gene, entwickelt verschiedene Resistenzmechanismen und gibt diese wiederum an andere Bakterien weiter. Das hat zur Folge, dass Antibiotika bei immer mehr Krankheitserregern wirkungslos bleiben.
Dr. Maik Irmisch

Wie können Antibiotikaresistenzen verhindert werden?

Redaktion
Es ist vor allem wichtig, bedachter mit Antibiotika umzugehen. Das bedeutet: Ein Antibiotikum nur bei einer bakteriellen Infektion, nicht bei einer Virusinfektion einsetzen und auf die richtige Dosierung, die regelmäßige Einnahme sowie die richtige Dauer achten: so lange wie nötig und so kurz wie möglich. Ein weiteres großes Problem geht von der Tierhaltung aus. Auch dort wäre eine zurückhaltende Anwendung von Antibiotika – die vor allem zur Prophylaxe in der Massentierhaltung eingesetzt werden – sehr wichtig.
Dr. Maik Irmisch

Merkt ein Patient, ob er gegen Antibiotika resistent ist?

Redaktion
Nein, es gibt keine Symptome, die auf eine Antibiotikaresistenz hinweisen. Ein Anzeichen dafür ist aber, dass ein Antibiotikum nicht die gewünschte Wirkung zeigt. Bei immer wiederkehrenden bakteriellen Infekten sollte eine Erregeranzüchtung, beispielsweise eine Urinkultur mit Resistenzbestimmung bei Harnwegsinfekten, angestrebt werden. So wird festgestellt, um welche Erreger es sich handelt, um das Antibiotikum mit der besten Wirkung zu finden.
Dr. Maik Irmisch

Warum ist eine Antibiotikaresistenz gefährlich?

Redaktion
Wenn Bakterien gegen übliche Antibiotika resistent werden, muss auf Reserveantibiotika zurückgegriffen werden. Je häufiger dies geschieht, desto größer ist die Gefahr, dass Bakterien auch dagegen Resistenzen entwickeln. Dadurch kann es passieren, dass es irgendwann Bakterien gibt, gegen die nahezu kein Antibiotikum mehr wirkt. Die Krankheitserreger können nicht mehr bekämpft werden. Deshalb ist es notwendig, dass in der Forschung weiterhin neue Antibiotika entwickelt oder verbessert werden.
Dr. Maik Irmisch


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Letzte Änderung: 10.10.2019
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