Zwei traurige Mädchen umarmen sich

Psychische Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen

Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefizite, Depressionen – etwa ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen leidet an einer psychischen Störung. Tendenz steigend. Die Ursache dafür vermuten Experten im zunehmenden Leistungsdruck. Wenn dann noch der familiäre Rückhalt fehlt, kann das die kindliche Seele stark belasten. Welche psychischen Erkrankungen bei Kindern am häufigsten vorkommen, lesen Sie bei vigo Online.

Angststörungen können vielfältige Ursachen haben. Mitunter äußern sie sich auch in körperlichen Symptomen. Die Angst kann sich auf konkrete Situationen beziehen (Phobien) oder generell vorhanden sein (Generalisierte Angststörung). Werden Phobien oder generelle Angstgefühle zu einer übermäßigen Belastung für das Kind, benötigt es professionelle Hilfe.

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) und ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) sind verbreitete psychische Störungen bei Kindern. Die Betroffenen sind in ihrer Konzentrationsfähigkeit erheblich eingeschränkt, lassen sich leicht ablenken und reagieren oft impulsiv. Im Gegensatz zu Kindern mit ADHS sind jene mit ADS nicht hyperaktiv, sondern eher ruhig, verträumt und manchmal ängstlich. Nicht selten kommen psychosomatische Beschwerden wie Einnässen, Bauch- oder Kopfschmerzen hinzu. Die Ursachen der Störungen sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Experten vermuten genetische und psychosoziale Faktoren. Ein individuelles Förder- und Therapieprogramm hilft den Kindern, ihr Selbstwertgefühl und die soziale Kompetenz zu verbessern.

ADHS-Elterntrainer

Mit dem ADHS-Elterntrainer hilft die AOK Versicherten, deren Kinder eine Verhaltensauffälligkeit mit Hyperaktivität, Trotz oder Widerstand aufweisen.

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Bindungsstörungen entwickeln sich bei Kindern in der Regel spätestens bis zum fünften Lebensjahr. Es gibt zwei Formen: Bei der reaktiven Bindungsstörung (gehemmte Form) sind die Betroffenen ängstlich und zeigen wenige Emotionen. Bei einer Bindungsstörung mit Enthemmung (ungehemmte Form) sind sie dagegen vertrauensvoll bis distanzlos – auch gegenüber Fremden. Bindungsstörungen entstehen, wenn die Bezugspersonen des Kindes häufig wechseln oder das Kind vernachlässigt, misshandelt oder missbraucht wird. Da die Symptome von Bindungsstörungen auch bei anderen psychischen Störungen vorkommen, sollte die Diagnose stets fachärztlich geprüft werden. Auch die Behandlung sollte in der Hand eines Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder Facharztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie liegen.

Depressionen sind eine bei Kindern und vor allem bei Jugendlichen verbreitete psychische Erkrankung. Die Symptome sind Ess- und Schlafstörungen sowie häufiges Klagen über körperliche Beschwerden. Die Ursachen können eine genetische Veranlagung und/oder belastende Situationen in der Familie, der Schule oder in anderen sozialen Gruppen sein. Auch konkrete Anlässe wie die Trennung der Eltern können zu dieser Störung führen. Werden Depressionen im Kindes- oder Jugendalter nicht behandelt, leiden die Betroffenen auch als Erwachsene darunter.

Essstörungen wie Magersucht, Bulimie und Fettsucht können zwar auch Kinder betreffen, häufiger treten sie allerdings bei Jugendlichen auf. Eine Essstörung kann beispielsweise durch gesellschaftlichen Druck, mangelndem Selbstwertgefühl oder Perfektionismus ausgelöst werden Die Ursachen sind vielfältig – entsprechend komplex ist die Behandlung. Was alle Formen gemeinsam haben: Die Gedanken der Betroffenen drehen sich fast ausschließlich um das Thema Essen.

Bei somatoformen Störungen – auch psychogene Störungen genannt – steht ein körperliches Symptom im Vordergrund, für das trotz umfangreicher Untersuchungen keine organischen Ursachen gefunden werden können. Meist leiden die Kinder und Jugendlichen unter Kopf-, Bauch- oder Gliederschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit. Vorrausetzung für eine Therapie ist, dass der behandelnde Arzt die psychischen Hintergründe der körperlichen Beschwerden erkennt und ernst nimmt. Eine Kombination aus kognitiv-verhaltens- und familientherapeutischen Methoden kann dann helfen.

Tics sind unwillkürlich ausgeführte, wiederkehrende Bewegungen oder Laute. Grund dafür sind gestörte Stoffwechsel-Vorgänge im Gehirn. Bei Kindern kommen Tic-Störungen häufig vor, verschwinden aber meist auch von selbst wieder. Es gibt motorische Tics, wie etwa Muskelzuckungen, und vokale Tics, beispielsweise Räuspern. Oft haben die betroffenen Kinder noch weitere Verhaltensauffälligkeiten.

Verhaltensstörungen äußern sich auf vielfältige Weise. Doch immer gilt, dass Außenstehende das Verhalten eines Kindes über längere Zeit als unangemessen und störend empfinden. Es ergibt keinen Sinn und schadet oft auch dem Kind selbst. Zu den Verhaltensstörungen zählen: Aggressivität, Störung des Sozialverhaltens, Hyperaktivität, übermäßige Schüchternheit, Unreife und kriminelles Verhalten. Hilfe finden Eltern bei einer Familien- oder Erziehungsberatungsstelle. Dort beraten Fachleute über die notwendigen Schritte zur Behandlung der Störung.

Zwangsstörungen kommen häufig vor, auch bei Kindern. Sie verspüren den Drang, immer wieder etwas waschen, kontrollieren, ordnen oder zählen zu müssen. Auf diese Weise meinen sie, eine (nicht vorhandene) Gefahr zu bannen. Dass ihre Handlungen unsinnig sind, ist vielen Kindern klar. Sobald die Zwangsstörung das Kind daran hindert, sich frei zu entfalten, oder das Familienleben stark beeinträchtigt, ist eine Therapie unumgänglich.

Tipps gegen Stress bei Kindern

Kinder und Jugendliche leiden unter Stress - heute mehr denn je. Die Ursachen können vielfältig sein: akuter Leistungsdruck, schulische Probleme oder gestresste Eltern. Dr. Katrin Hoppe, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, gibt dir in unserem Interview wertvolle Tipps zur praktischen Stressbewältigung.

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Kranke Kinderseele – das sind die Symptome

Letzte Änderung: 05.12.2017



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